Februar/März
Rudi Grautstück

Ein denkwürdiges Datum in der Geschichte des Musikvereins: am 25. Januar 2003 "ging der Kapitän von Bord". Nach 12 Jahren "Erster Vorsitzender" übergab Rudi Grautstück das "Flaggschiff" Musikverein Scherfede in hervorragendem Zustand und in voller Fahrt an seinen Nachfolger Michael Henke. 12 Jahre, die den Musikverein wie kaum in einer Zeit vorher geprägt haben; und daran hat nicht zuletzt der Mann den größten Anteil, den wir nunmehr als "Liebling des Monats" ehren wollen.
Unter Rudi`s Leitung
ist es gelungen, den Musikverein zukunftsfähig zu machen und für kommende
Aufgaben bestens gerüstet zu präsentieren - und dies sowohl in musikalischer
und organisatorischer als auch in zwischenmenschlicher Hinsicht:
Die Jugendausbildung wurde unter seiner Führung erweitert und intensiviert:
über 100 Jugendliche sind in dieser Zeit an einem Instrument ausgebildet
worden. Die Ausbildung selbst gestaltete sich immer professioneller und muss
mittlerweile auch den Vergleich mit Musikschulen nicht mehr scheuen. Zudem wurde
als neuer Baustein die "musikalische Früherziehung" im Musikverein
eingefügt, die in der Regie von Rudi `s Ehefrau Barbara durchgeführt
wird.
In den vergangenen Jahren wurde die Satzung überarbeitet, wodurch der Verein
flexiblere und modernere Strukturen bekam; ebenso wurde der komplette Jugendbereich
neu überarbeitet und strukturiert.
Das herausragendste Projekt war aber sicherlich der Bau des neuen Musikhauses
in den Jahren 1998/99. Ohne die Leistungen der anderen Mitwirkenden schmälern
zu wollen und zu können, hat Rudi doch sicherlich in Leitung, Planung und
Durchführung den Löwenanteil der Arbeit bewältigen müssen.
Was das in concreto alles an Einsatz von Schweiß, Zeit und Nerven bedeutet,
wird wohl nur derjenige richtig einschätzen können, der selbst schon
mal ein Häuschen gebaut hat. Jedenfalls ist diese aufopferungsvolle Hingabe
für ein Projekt, das ja schließlich immer noch ein Hobby (!) sein
soll, gar nicht hoch genug einzuschätzen. Es gibt sicherlich nicht viele
Vorstände, die sich so etwas antun würden.
Aber auch sonst war Rudi ein Vorsitzender, wie man sich ihn hätte nicht
besser wünschen können. Ständig voller Ideen und Tatendrang,
um den Verein noch weiter nach vorn zu bringen; in seinem Kopf schien es neben
dem Klein- und Großhirn auch immer noch eine Extra-Abteilung für
den Musikverein zu geben, so kreisten seine Gedanken immer nur um dieses eine
Thema. Dabei immer noch gutgelaunt und für jeden Spaß zu haben; von
kleineren Rückschlägen ließ er sich nie entmutigen, sondern
riss die anderen immer wieder mit, sich im und für den Verein zu engagieren.
Daher ist es ein Stück weit sein Verdienst, dass eine solch gute Kameradschaft
und Freundschaft in unseren Reihen herrscht und der Verein ein "Haufen
ist, mit dem man durch dick und dünn gehen kann."


Besonders auffällig
an Rudi ist sein Organisationstalent, das er nicht zuletzt beim Bau unter Beweis
stellte. Aber auch die vielen Feste, die der Musikverein in all den Jahren durchführte,
zeugen davon; am eindrucksvollsten war wohl sicherlich das Jubiläumsfest
zum 75-jährigen Bestehen des Vereins 1996: eine große zweitätige
Party mit rauschendem "Bunten Abend" (unvergessen hierbei die "Gerichtsverhandlung"),
dem Kreismusikfest und einem Festumzug, den größten, den Scherfede
bis dato gesehen hatte.
Zu nennen sind daneben noch die Büttenabende und Faschingsbälle, Konzerte
und Ausflüge.
Es ließen sich noch viele andere größere und kleinere "Highlights"
der letzten 13 Jahre aufzählen, die es alle wert sind, hier Erwähnung
zu finden, nur würde dies den Rahmen unserer Laudatio bei weitem sprengen.
Daher bleibt dem Verfasser hier nur folgendes festzuhalten:
Dir, lieber Rudi vielen, vielen, vielen Dank und höchste Anerkennung für
das, was du für diesen - deinen - Musikverein geleistet hast; was diese
Arbeit wirklich wert ist, wird man wahrscheinlich erst in ein paar Jahren absehen
können; unbezahlbar ist sie sowieso.
Danke aber auch an deine Familie, die dich in der Zeit immer wieder entbehren
musste und die dich fast seltener sah als deine Musikerkollegen.
Du hast dich einmal
sehr über die Aussage eines Musikers gefreut, der sagte: "Ich bin
stolz darauf, in diesem Musikverein zu sein!".
Ich denke, im Namen des gesamten Vereins kann ich hierauf erwidern:
"Wir sind stolz
und froh darüber, mit dir einen solch tollen Vorsitzenden gehabt zu haben!"