November/Dezember
Maren Eilbrecht

Da es nach Auffassung der Jury in den letzten zwei Monaten niemandem gelungen ist, sich erfolgreich durch herausragende oder ungewöhnliche Leistungen um den Titel Liebling des Monats zu bemühen, ist nunmehr Zeit und Gelegenheit gekommen, diese Auszeichnung an eine Person zu vergeben, die sich im Musikverein allgemein große Sympathie und Wertschätzung erworben hat und die wie ein Mann (bzw. wie eine Frau) zu diesem Verein steht. Und diese Person ist keine geringere als unsere Maren. Zusammen mir ihrer Ziehmutter Vera Vonde und Daniela Zeh bildet sie das trio infernale im 1. Alt-Saxophon.
Seit nun schon bereits
neun Jahren ist Maren Mitglied im Musikverein, wo sie bei dem Militärmusiker
Martin Niggemann das Saxophonspielen erlernte. Nach erfolgreichem Abschluss
des Bronze-Lehrganges im Jahre 1999 wurde sie in das Hauptorchester des Musikvereins
aufgenommen, dessen fester Bestandteil sie seitdem ist; und dies ist überaus
wörtlich zu verstehen. So kann sich der Laudator kaum an eine Probe oder
einen Auftritt erinnern, bei dem Maren nicht dabei gewesen wäre. Nur schätzungsweise
zwei Dinge können sie vom Musizieren abhalten, nämlich schwere Krankheit
und ihr zweites Steckenpferd, das alljährliche Zeltlager der Kolpingfamilie,
bei dem sie sich auch immer sehr stark einbringt.
Aber es ist natürlich nicht nur die regelmäßige Teilnahme an
den Veranstaltungen des Musikvereins, die wir an Maren so schätzen. Nein,
auch ihre ganze Art und Weise und ihre Hingabe zu diesem Verein machen sie zu
einem Mitglied, nach dem sich jeder andere Verein die Finger leckt.
Sie ist jemand, mit dem man die berühmten Pferde stehlen kann oder auch
einfach nur ein Mädel, das man am liebsten den ganzen Tag knuddeln
würde (O-Ton von der Theke).
Das fängt schon damit an, dass Maren mit einem strahlenden Lächeln
im Gesicht und einem lautstarken Hallo den Probensaal betritt. Wenig
später vernehmen dann ihre Musikkollegen von ihr ein juchzendes Vera,
endlich!, dann nämlich, wenn besagte Person (mal wieder verspätet)
am Musikhaus erscheint. Ab und an lässt dann ein markundbeindurchdringendes
Kreischen die Fenster im Musikhaus an den Rand des Berstens bringen, dann nämlich,
wenn sich einer der Jungs erdreistet hat, Maren in die Seite zu zwicken. Aber
auch während der eigentlichen Probe sorgt Maren für einiges Amüsement:
wenn es was selten genug der Fall ist mal einigermaßen still
sein sollte, hört man ab und an trotzdem aus der Saxophon-Ecke Geschwätz,
Gekicher oder ähnliches; wenn dann von vorn die strafenden Blicke des Dirigenten
kommen, wird Maren (sowie ihre Gesprächspartner) schlagartig still und
wechselt urplötzlich ihre Gesichtsfarbe in knallrot, um dann kurz darauf
in peinlich-berührtes, verschämtes Kichern zu verfallen; aber keine
Angst: der passende Spruch aus dem Posaunensatz lässt bestimmt nicht lange
auf sich warten!
Damit aber nun bei dem geneigten, aber eben nicht mit der entsprechenden Kenntnis
der Interna ausgestatteten Leser nicht der Eindruck entsteht, Maren sei nur
zur allgemeinen Erheiterung da, sei nochmals betont, das dies nur ein Aspekt
ist, der sie für uns so liebenswert und sympathisch macht. Daneben ist
sie, das soll hier nicht unterschlagen werden eine respektable Saxophonistin,
die nur den kleinen Fehler hat, dass sie sich selbst viel zu wenig zutraut und
kein Vertrauen in ihre Fähigkeiten hat, so wie z.B. beim D2-Kurs vor einigen
Jahren, als sie vollkommen unnötigerweise die Flinte vorzeitig ins Korn
geworfen hat.
Weiterhin ist zu berichten, dass sie sich auch außerhalb der Noten und
ihrer saxophonistischen Umsetzung sehr stark in und für ihren
Musikverein engagiert. So ist sie immer zur Stelle, wenn es gilt anzupacken,
wie etwa beim Aufbau der Halle zu Karneval oder zu den Konzerten , beim Aktionstag
im Musikhaus oder beim Probewochenende der Miniband.
Hoffen wir alle, dass sich dies durch ihre kürzlich begonnene Bäckerlehre
und deren unglückselige Arbeitszeiten (übrigens: Sonntag hat sie immer
frei, die übrigen Arbeitszeiten hängen im Musikhaus aus. Anm. der
Red.) nicht allzu sehr ändern muss, denn es wäre wirklich ein herber
Verlust, auf unsre Maren verzichten zu müssen. Aber diesbezüglich
ist der Autor dieser Zeilen recht optimistisch, besonders nach ihrem Bekenntnis
letzten Freitag nach der Probe, dass sie auf alle Fälle noch ganz
lange im Musikverein bleiben wolle. Diese Einstellung unterscheidet sie
wohltuend von einigen wenigen anderen (Ex-)Mitgliedern, die meinen, sie müssten
nach läppischen 35 Jahren mal so eben mir-nichts-dir-nichts die Segel streichen
(schönen Gruß nach Bonenburg!).
Aber in dieser Hinsicht besteht bei ihr wohl keine Gefahr, und deshalb ist für
uns eine besondere Freude und Ehre, sie in die Riege der Lieblinge des
Monats aufzunehmen:
Herzlichen Glückwunsch, liebe Maren!